
Holografie ist ein fotografisches Verfahren, das mit kohärentem Licht das von einer Szene reflektierte Lichtmuster rekonstruiert. Sie gilt als bedeutende technische Entwicklung und ist heute in Industrie, Kommunikation und Kunst fest verankert.
Die Wissenschaft hinter der Holografie
Für Holografie wird kohärentes Licht benötigt, damit Interferenzen und Hologramme entstehen können. Deshalb kommt Laserlicht zum Einsatz. Es ist monochromatisch, gerichtet und phasengleich: Alle Photonen besitzen dieselbe Frequenz beziehungsweise Farbe sowie räumliche und zeitliche Kohärenz.
Wie Hologramme entstehen
Vereinfacht gesagt treffen zwei kohärente Lichtstrahlen desselben Lasers auf eine holografische Platte. Der erste Strahl wird direkt auf die Platte gerichtet. Der zweite trifft auf das Objekt, das holografisch erfasst werden soll, und wird von dort zur Platte gestreut.
Beim Zusammentreffen der beiden Strahlen entstehen Interferenzmuster. Diese enthalten Informationen über Form und räumliche Position des Objekts. Nach der chemischen Entwicklung wird die Platte im gleichen Winkel wie der Referenzstrahl mit Laserlicht beleuchtet. Das Objekt erscheint dann als dreidimensionales Lichtvolumen im Raum.
Holografie und Kunst
Viele Künstlerinnen und Künstler nutzen Holografie als Werkzeug für eigenständige Kunstwerke. Der britische Modedesigner Alexander McQueen präsentierte beispielsweise bei seiner Haute-Couture-Show Herbst/Winter 2006 eine holografische Installation. Auch der französische Künstler Philippe Boissonnet setzte Hologramme ein, um Realität künstlerisch neu abzubilden.
Holografie in der Werbung
Auch in der Werbung wird Holografie genutzt, um einprägsame und aufmerksamkeitsstarke Bilder zu erzeugen. Für Cartier entwickelte Robert Schinella gemeinsam mit der McDonnell Douglas Electronics Company St Louis ein Hologramm eines weiblichen Arms mit Schmuck der Marke.
Holografie in der Haute Couture
Alexander McQueen zeigte bei seiner Haute-Couture-Show Herbst/Winter 2006 im Zentrum einer Glaspyramide eine holografische Installation: Kate Moss als „White Lady“.
Holografie im Handel
Auch im Handel setzen einige Anbieter Hologramme ein, um das Kundenerlebnis zu erweitern. Bei HaloLight finden Sie zum Beispiel holografische Illusionen wie die Hologramm-Ventilator und den 3D-Hologramm-Projektor.
Lichtkünstler
Emmett Leith und Juris Upatnieks zählen zu den Pionieren der Holografie. 1964 präsentierten sie auf einer Konferenz der Optical Society of America das erste dreidimensionale Hologramm eines Zuges.
Zeitgenössische Künstler und Holografie
Zeitgenössische Künstler wie Philippe Boissonnet und Georges Dyens haben Holografie ebenfalls in ihre Arbeiten integriert. Dyens entwickelt etwa Holo-Skulpturen sowie Klang- und Lichtinstallationen, die Holografie, Skulptur und Glasfasertechnik verbinden.
Holografie als optische Kunst
Holografie gilt als optische Kunst, weil sie Licht nutzt, um ein Bild direkt vor dem Auge des Betrachters entstehen zu lassen. Der Künstler behandelt Licht dabei wie eine im Raum schwebende Skulptur.
Holografie: Brücke zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie
Professor Stephen A. Benton beschrieb Holografie als Schnittpunkt von Kunst, Wissenschaft und Technologie. Diese Aussage zeigt ihre besondere Rolle bei der Entstehung von Kunstwerken, die wissenschaftliche und technologische Elemente verbinden.
Fazit
Holografie ist ein innovatives Medium, das fasziniert und neugierig macht. Auch wenn der Einsatz weiterhin kostenintensiv sein kann, eröffnet sie neue Formen künstlerischen Ausdrucks: körperlose dreidimensionale Bilder, die scheinbar frei im Raum schweben. Mit der Zeit dürfte Holografie zugänglicher und in der zeitgenössischen Kunst noch präsenter werden.